Im Handeln und Sprechen der Hauptfiguren frühneuhochdeutscher Prosaromane kreuzen sich zum Teil höchst widersprüchliche Verhaltensweisen. Dies wurde in der Forschung bislang zwar konstatiert, jedoch noch nicht zusammenhängend untersucht. Als methodischer Ansatz hierfür wurden die Zivilisationstheorie von Norbert Elias und die Konzepte von Gerhard Oestreich über Sozialregulierung und -disziplinierung gewählt; die auf Elias’ Studien aufbauende Literaturtheorie Reiner Wilds soll die interpretatorische Verbindung zwischen innerliterarischen Phänomenen und gesellschaftlich-politischen Entwicklungen unterstützen. In diesem Kontext erklärt sich die Eigenart der Romane aus dem Zusammenwirken vor allem der didaktischen und der entlastenden Funktion von Literatur im Prozeß der Zivilisation.
Unter anderem werden folgende Prosaromane behandelt: Hans Mairs «Buch von Troja» und «Buch von Troja I», «Huge Scheppel» / «Hug Schapler» von Elisabeth von Nassau-Saarbrücken, Johann Hartliebs «Alexander», «Pontus und Sidonia» (Fassung A und B), die «Melusine» des Thüring von Ringoltingen, Heinrich Steinhöwels «Appolonius von Tyrus» und «Valentin und Namelos».
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